Einführung

Internationale Malerei, Skulptur und Installation der 60er Jahre bis zur Gegenwart charakterisieren diese umfangreiche und vielschichtige Sammlung. Im Mittelpunkt des Sammlerinteresses steht das einzelne Werk, sein konzeptioneller Ansatz und die Konzentration des Ausdrucks durch die Verwendung weniger bildnerischer Elemente. Dabei kommt dem dialogischen Prinzip zwischen den Positionen unterschiedlicher Künstler eine besondere Bedeutung zu.

Der Hamburger Apotheker Dr. Klaus Lafrenz hatte bereits in den 1970er und 80er Jahren eine überzeugende und unverwechselbare Sammlung von Schlüsselpositionen der Minimal Art, Konzeptkunst, Arte Povera und verwandter Kunstströmungen aus den USA und Europa zusammengetragen. Auffallend war eine damals wie heute das Werk ausmachende Befragung der Medien und Materialien und der Grundbedingungen der Wahrnehmung durch die Künstler. Die meisten der Lafrenz’schen Bilder, Skulpturen und Installationen bilden nichts ab, was außerhalb ihrer Selbst existieren könnte. Sie schaffen stattdessen auf sinnliche Weise unverwechselbare Situationen und Konfrontationen, welche sich sofort auf den Raum und schließlich auch auf den Betrachter übertragen. Ihnen gemeinsam ist zudem die formale Reduktion auf wesentliche Aspekte, wie sie die amerikanische Minimal Art seit den 1960er Jahren mit radikaler Konsequenz umgesetzt hat. So kommen Form, Farbe und Material auf besondere Weise in den Blick, aber auch der Betrachter selbst, der gefordert ist, sein Verhältnis zu Raum und Objekt auszuloten.

Seit dem Tod von Klaus Lafrenz im Jahr 1999 führt dessen Sohn Björn das Werk des Vaters im Auftrag der Familie mit erstaunlicher Konsequenz fort, was sich immer wieder im Ankauf gegenwärtiger und jüngster Positionen, aber auch in der Nachverdichtung in der Entstehungszeit und letztlich im Umgang mit der Sammlung selbst, zeigt. Auf diese Weise kommt es innerhalb der neugeformten und erweiterten Sammlung immer wieder zu aufregenden Kombinationen, zu intelligenten Nachklängen, Entgegnungen und Ergänzungen, die den Dialog mit den älteren Positionen aufzunehmen in der Lage sind.

Doch geht es der zweiten und dritten Generation von jüngeren Künstlern und dem ‚Setting’ der Sammlung nicht um formalistische Fortschreibungen einer wiedererkennbaren Bildsprache, sondern um eine erneute, unter veränderten Voraussetzungen stattfindende kritische Befragung der Wirklichkeit. Die sammlungsbezogene Haltung der Folgegeneration Haltung ist trotz des Generationsunterschiedes derjenigen seines Vaters ähnlich: Weder Vater noch Sohn Lafrenz folgten jeden Strömungen des Kunstmarktes, sie vertrauten stets ihren eigenen Anschauungen und Überzeugungen. Die Sammlung konnte dadurch zu einer eigenständigen, organischen und unverkennbaren Form finden und gilt heute als eine der bedeutendsten Privatsammlungen in ganz Deutschland.

(Peter Friese, Museum Weserburg)

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Künstlerliste

  • Joseph Albers
  • Markus Amm
  • Carl Andre

  • Peter Joseph
  • Donald Judd
  • On Kawara

  • Jules Olitzki
  • Blinky Palermo
  • Michael Pfisterer